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Gedanken eines PHP-Entwicklers…

Apple und Sony, dürfen Konzerne sich alles erlauben?

Donnerstag 28. April 2011 von Ortwin Pinke

Eigentlich wollte ich ja nichts schreiben, aber nach der Meldung gerade und dem darauf folgendenden ironischen Lachanfall muss das nun einfach raus.

Apple hat sich zu Wort gemeldet. Bei dem zur Zeit in der Öffentlichkeit diskutierten Ausspionieren von Bewegungsdaten handele es sich um einen Softwarefehler. Für diesen wird in Kürze ein Patch bereit gestellt der dafür sorgt, das Daten maximal noch 1 Woche gespeichert, und danach gelöscht werden.

Diese Meldung kam gerade über meinen Lieblingssender Antenne Bayern. Erst habe ich überleg ob man da Lachen oder Weinen soll, dann habe ich mich für das Lachen entschieden.

Das kann ja echt nicht wahr sein, meinen diese Großkonzerne sie können alles mit uns machen? Google fährt inzwischen wieder mit Ihren Kameraautos durch Deutschland, Sony hat für über 77 Millionen verschwundene Kundendatensätze gerade mal eine müde Entschuldigung und Apple redet sich mit einem Softwarefehler heraus.

Leute, Leute, das kann ja wohl nicht wahr sein. Ihr macht Menschen zu hörigen Anwendern / Mitspieler, und geht dann so mit ihnen und ihren persönlichen Daten um? Und nur weil ihr einer der großen Weltkonzerne seit meint ihr, ihr kommt mit allem durch???

Bei Sony kann ich das ja noch verstehn, ist schließlich ein japanischer Konzern. Im Entschuldigen sind die Japaner ja wirklich groß, hat man nun ja (leider) in Fukushima erleben dürfen. Das dabei Menschen, Existenzen, an den Rand des Abgrunds getrieben werden, und diese dann auch noch beweisen sollen müssen, das der Konzern daran Schuld ist, interessiert offensichtlich keinen dort. Nur die “armen” Aktionäre und die “noch ärmeren” Manager scheinen das Maß zu sein. Was ist nur aus unserer Welt geworden?

Ich denke man sollte endlich etwas gegen diese Datensammelwut unternehmen.
Wie soll ich heute noch Jugendlichen vermitteln, das sie auf persönliche Daten, wie z.B. Bankdaten, besonders aufpassen sollen, wenn man diese (fast) überall angeben muss und dabei nie sicher sein kann, das sie nicht dort gehackt oder verkauft werden?
Wie soll ich ihnen vermitteln, das sie mit Orts- und Tätigkeitsangaben auf facebook vorsichtig sein sollen, da man damit ein Bewegungsprofil erstellen kann, was beispielsweise einem Einbrecher sehr zugute kommt, der weiß wann Jemand zu Hause ist und dann mit Google Streetview das potentielle Objekt gleich noch ausspähen kann, wenn der größte Handykonzern das heimlich macht und dann nur eine fadenscheinige Begründung bringt?

Schon früh habe ich mir eine Internetpolizei mit entsprechenden Rechten gewünscht, ähnlich einer EuroPol. Auch wenn ich grundsätzlich für ein offenes und freies Internet bin, es scheint so als wenn der Mensch nicht dafür geschaffen ist. Solange es Menschen gibt, die nur an sich und ihren (geldwerten) Vorteil denken, solange wird dieser Wunschgedanke nicht funktionieren.

Mein Vorschlag ist der Aufruf an alle Konzerne mal etwas Geld in die Hand zu nehmen und gemeinsam, ohne direkte eigene Interessen, eine unabhängige Internetpolizei zu finanzieren. Hier muss dann aber auch die Politik weltweit dazu stehen und die notwendigen politischen Voraussetzungen schaffen um so einer Organisation die Möglichkeit(en) an die Hand zu geben weltweit ohne Einschränkung zu arbeiten.

Ein Wunschtraum? Warum?
Gemeinsam könnte man sowas schaffen. Vielleicht sollte so Mancher sich mal ins Gedächtnis rufen das wir nur eine Erde haben. Also warum arbeiten wir nicht gemeinsam daran?

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 28. April 2011 um 09:11 und abgelegt unter Kuriositäten, Politik. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

2 Kommentare über “Apple und Sony, dürfen Konzerne sich alles erlauben?”

  1. Aro schrieb:

    Einen Softwarefehler haben die Verantwortlichen im Kopf! Es sind einfach nur Lügen. Und auch wenn ab und zu mal was rauskommt, muss man lider davon ausgehen, dass es weitere Fälle gibt, die nicht bekannt werden.
    Die Überwachung und der lockere Umgang mit unseren Daten ist doch für die meisten Firmen und Behörden selbstverständlich.
    Dein Aufruf an die Konzerne, dass die gegen ihre eigenen Interessen handeln sollen, ist natürlich schön, aber warum sollten die das machen? Gegen ihre eigene Interessen?
    Hier würde nur helfen, dass man konsequent die entsprechenden Konzerne boykotiert, nur das kommt bei denen an. Das hätte aber nur Sinn, wenn das keine Einzelfälle blieben.

  2. Ortwin Pinke schrieb:

    Hallo Aro,

    nunja, ich fände es mehr Recht als billig wenn diese Konzerne wenigstens eine Teil ihres Umsatzes/Gewinns dafür einsetzen müßten.
    Und ich bin mir da nicht so sicher ob es gegen die Interessen der Konzerne wäre, oder meinst du Sony z.B. ist an dieser negativen Werbung mit den Millionen verschwundenen Daten interessiert.

    Bei Apple wiederum gebe ich dir recht, in diesem speziellen Fall würde man sich ins eigene Bein schießen, da diese InetPol das eventuell noch früher herausgefunden hätte.

    Tja Geld müßte man haben, dann könnte man selber was aufziehen. Mir würden schon so ein paar Milliönchen aus dem milliardenschweren europäischen Rettungsschirm reichen *fg*

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