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Gedanken eines PHP-Entwicklers…

PLESK 10: Benutzerrechte bei der Server-Migration

Montag 19. Dezember 2011 von Ortwin Pinke

Bei der Migration eines Plesk 9 Servers auf Basis von OpenSuse auf einen aktuellen Plesk 10 Server auf dem Debian eingesetzt wird sollte man nach erfolgter Migration von Domains mit Hilfe des PMM (Plesk Migration Manager) nochmals die Benutzerrechte der im Webroot abgelegten Dateien prüfen.

Da der PMM die Dateien per tar.gz von einem Server zum anderen Server transferiert werden natürlich auch User- und Grouprechte mit übernommen. Nur kann PMM natürlich nicht wissen, ob hinter der übergebenen Dezimalzahl, die diese Rechte repräsentiert, auf dem neuen Server auch derselbe Benutzer hinterlegt ist.

Liegt Plesk in der Grundinstallation vor, was wohl meistens der Fall sein sollte, so sollten zumindest für die Plesk-eigenen Usergruppen psaserv und psacln die Gruppen-IDs gleich sein. Auch der übergebene Webuser stellt den Plesk-PMM vor keine großen Probleme, da der Benutzer ja neu angelegt werden muß.

Das eigentliche Problem liegt bei den Services, welche bereits als Benutzer und Gruppen auf dem Server eingerichtet sind. So läuft z.B. PHP und der Webserver mit hoher Wahrscheinlichkeit unter einer anderen User- und Group-ID. So war es dann bei mir auf einem Server so, daß von PHP geschriebene Dateien (Logfiles, Uploads, etc.) nach der Migration unter der Gruppe eines Mailhandlers liefen. Dieses macht dann aber Probleme für den Webuser, der diese Dateien dann per FTP weder überschreiben noch deren Rechte ändern kann, da er selbst nicht in der entsprechenden Gruppe ist.

Bei unseren Servern gab es 2 alternative Lösungen.

Lösung 1: Allen Dateien mit der falschen Gruppe die benötigte Gruppe www-data zuweisen. Hierzu müßte man dann zuerst alle Dateien mit der, in meinem Fall Mailhandler-Gruppe suchen und der neuen Benutzergruppe zuweisen. Das geht sicherlich über ein entsprechendes Kommando auf der Kommandozeile, aber es geht noch einfacher.

Lösung 2: Weisen Sie einfach allen Dateien, egal in welcher Gruppe sie waren, den Webbenutzer und die Gruppe psacln zu. So können alle Dateien sowohl per FTP gehändelt als auch von PHP gehändelt werden.
Liegt Ihr Webroot z.B. in httpdocs so nutzen Sie diesen Zweizeiler, bei dem Sie Webbenutzer und Serverpfad entsprechend Ihren Gegebenheiten anpassen.

#: chown -R [webuser]:psacln /var/www/vhosts/[domain.tld]/httpdocs
#: chown [webuser]:psaserv /var/www/vhosts/[domain.tld]/httpdocs

Danach sollte alles wieder wie gewünscht funktionieren.
Sollten Sie auch Erfahrungen zur Migration mit dem PMM auf Plesk 10 gemacht habe, freue ich mich schon auf entsprechende Kommentare.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 19. Dezember 2011 um 12:05 und abgelegt unter Server. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

2 Kommentare über “PLESK 10: Benutzerrechte bei der Server-Migration”

  1. Admin schrieb:

    ich hatte als Admin der oben genannten Site die selbe Konfiguration wie Sie, zuerst Opensuse, dann umziehen auf Ubuntu. Allerdings hatte ich nur die alten Backups ohne den Migrationsassistenten anwenden zu können, da wir aufgrund eine Chrashes umziehen musste und der Hoster keine “Opensuse” mehr installieren/anbieten/supporten wollte.

    Ein Katastrophe und mehr als eine Woche Console… ;)
    Das Problem mit den Dateirechten habe ich noch immer nicht komplett im Griff, da “Plesk” in der *.conf selbige immer wirde selbst ändert.
    die Kombination “ftpbenutzer:psacln” funktioniert nicht, weshalb ich “ftpbenutzer:psaserv”" gesetzt habe. Immer wenn nun Plesk sporadisch die *.conf zurücksetzt funktionieren z.B Uploads von Avataren nicht mehr…

    Ich werde Plesk niemals wieder auf einem Server verwenden. :/

  2. Ortwin Pinke schrieb:

    Hallo “Admin”,

    ja Plesk ist halt kein Rundum-sorglos-Paket, schon garnicht beim Wechsel des darunter liegenden OS. Dazu greift Plesk zu sehr auf OS-Funktionen zu.
    Aber ich denke dieses Problem hat man mit allen Hostingverwaltungen, wobei Plesk durch seine Funktionsvielfalt in den meisten Fällen überdimensioniert ist.
    Es gibt aber einige Alternativen, kleiner, kompakter und dadurch übersichtlicher, jedoch benötigt man auch bei diesen gewisse Kenntnisse der Serververwaltung, der Shell und des darunter liegenden OS.
    Um Plesk aber nicht ganz herunter zu machen, ich muss sagen das es, wenn man es dann einmal konfiguriert hat, eigentlich ohne großen Verwaltungsaufwand läuft und man den großen Vorteil gegenüber kostenlosen Tools hat, das Updates und Bugfixes automatisiert eingespielt werden.

    Gruß Ortwin

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